Blühendes Immendorf    
  Bürgerinitiative für Stadtteilentwicklung und Naturschutz in Köln-Immendorf  
 

ENTFLECHTUNGSSTRAßE

An dieser Stelle wollen wir alle Informationen zur Entflechtungsstraße zusammenfassen. 


Warum ist die Entflechtungsstraße notwendig?
Info-Videos
Was kann ich/jeder machen?


Nächster Termin:

Am Mittwoch den 16.06.2021 findet der nächste Termin mit der Stadtverwaltung statt, indem uns die drei neuen Varianten (zwischen rotem Haus und Rondorf) vorgestellt werden sollen.


Neues:

Der Termin am 24.03.2021 mit der Stadtverwaltung und Vertretern von uns aus Immendorf hat ergeben, dass drei weitere Varianten zwischen der Straße "Vor dem Dorf" und Rondorf aktuell in der Planung sind. Uns wurde angeboten, dass wir nach Veröffentlichung dieser neuen Varianten, die Bewertung dieser und der südlichen Südvariante gemeinsam in einer Bewertungsmatrix durchführen werden. Bis dahin werden aber sicherlich ein bis zwei Monate vergehen. 

In unserem Downloadbereich findet ihr ein "JA zur Entflechtungsstraße - NEIN zu einer Dammstraße"-Fensterschild in der Größe DIN A4. Um unseren Immendorfer Protest mit den Banner noch zu verstärken, könnt ihr das Fensterschild ausdrucken und ins Fenster hängen. Gerne auch für Eure Nachbarn ausdrucken, die kein Internet oder Drucker haben.  


Vorab:

Wir sind nicht gegen eine Entflechtungsstraße, sondern wir wollen die beste Lösung für alle. Für uns ist das die nördliche Südvariante (zwischen rotem Haus und Rondorf). Bis dato existieren keine nachvollziehbaren Gründe gegen die nördliche Südvariante, geschweige denn für die neue, südliche Südvariante. Von Stadt, Planer und Investor konnten keine Gründe genannt werden, sodass wir davon ausgehen müssen, dass andere Interessen dahinterstecken! 


1. Wie sieht die "neue" Variante der Entflechtungsstraße aus?

 

Die neue, südliche Süd-Variante der Entflechtungsstraße soll in dem Streckenabschnitt "Am Moosberg/ Immendorfer Hauptstraße" auf einem Damm errichtet werden und ungefähr entlang der hier blau eingezeichneten Strecke verlaufen. Wir sprechen bei der blauen Variante von der Dammvariante. Dies schließt für uns den südlicheren, näher an Immendorf befindlichen Linienverlauf der Straße mit ein, da in diesem Bereich aufgrund des Stark ausgeprägten Geländesprung nur mit einem Damm oder einer Brücke möglich ist. Weiter nördlich ist der Geländesprung weniger stark ausgeprägt und es bedarf deshalb keiner Damm- oder Brückenlösung!



2. Was spricht für diese neue südliche Süd-Variante?

Laut dem Planer der Straße spricht folgendes für die südliche Süd-Variante:


  • Östlich von der Straße "Vor dem Dorf" bzw. in Richtung Rondorf beginnt die Wasserschutzzone III. Dies macht eine Straße allerdings "nur" teurer, da entsprechende Grundwasserabsicherungen verbaut werden müssen. Dies stellt kein Hindernis für die Straße zwischen rotem Haus und Rondorf dar. Übrigens das gesamte Neubaugebiet befindet sich in Wasserschutzzone III an der Grenze zu Wasserschutzzone II. 
  • Neben und zum Teil unter der Straße vor dem Dorf sowie Richtung Giesdorfer Höfe quer übers Feld liegen wichtige Versorgungsleitungen. Das ist korrekt und aufgrund dieser Leitungen kann die Straße "Vor dem Dorf" auch nicht ausgebaut werden. Aber der Betreiber der Versorgungsleitungen, die Rhein-Main-Rohrleitungsgesellschaft (RMR), hat uns gegenüber mehrfach geäußert, dass die Leitungen zwar nicht großflächig überbaut werden dürfen. Eine teilweise Überbauung sowie eine Kreuzung der Leitungen ist jedoch kein Problem. Gegen eine nördlichere Südvariante spricht für die RMR nichts!
  • Der Rad-/Fußweg am Moosberg, der die Straße "Vor dem Dorf" kreuzt, soll niveaufrei die Straße queren. Diese Forderung von der Bezirksvertretung wurde zum damaligen Zeitpunkt gestellt ohne zu wissen, welche Konsequenzen (Damm) daraus von den Planern gezogen werden. Von dieser Forderung wurde mittlerweile abgerückt hin zu einer schlanken Brückenkonstruktion, die die Straße zwar nicht niveaufrei aber dafür viel wichtiger, kreuzungsfrei quert.
  • Was spricht noch dafür? Uns sind keine nachvollziehbaren Gründe bekannt!? 


3. Was spricht für Immendorf dagegen? 

  • Eine "Dammstraße" passt nicht ins Landschaftsbild und schneidet Immendorf vom Kölner Süden ab
  • Die Gehölze "am Moosberg", die einen geschützten Landschaftsbestandteil darstellen, fallen der Straße zum Opfer
  • Die junge Ausgleichsfläche im Bereich von Immendorf mit Obstgehölzen und die Blumenwiese (sog. magere Fettwiese) wird durchschnitten und in der Fläche reduziert
  • Der Hang am Hügel der Straße "vor dem Dorf" ist eine ehemalige Uferböschung eines eiszeitlichen Rheinarms. Diese wird als Alluvialrinne bezeichnet und ist in seiner Charakteristik schützenswert. Am Fuß der Alluvialrinne befindet sich eine sogenannte Feuchte Senke oder auch Nebelsenke. Diese sind wichtig für das Stadtklima (siehe weiter unten)
  • Die weiter nördlich befindliche Kiesgrube (eingetragenes Biotop im Biotopkataster) soll in Teilen verfüllt werden. Die sogenannten Ruderalflächen des Biotops werden zerstört. 
  • Hinter der Kiesgrube und kurz vor der Bödinger Straße schließt sich eine weitere Ausgleichsfläche an, die der Straße ebenfalls zum Opfer fällt
  • Ein Damm behindert den Transport von kälterer Luft nach Rondorf und weiter ins Stadtinnere. Die Planungshinweiskarte Hitze sowie der Fachbericht Klimwandelgerechte Metropole Köln weisen ausdrücklich darauf hin, dass bereits in einem frühen Stadium Planungsvorhaben entsprechend der Stadtklimamodelle angepasst werden sollen. "Die Zunahme an Sommertagen und heißen Tagen durch den Klimawandel sollen nicht durch eine ungünstige Flächennutzungsänderung deutlich verstärkt werden.


Unsere Restriktionskarte ist nachfolgend zu finden. Dies ist ein Ausschnitt aus unseren Vortragsfolien vom 02.02.2021. Zu finden in unserem Downloadbereich.


4. Wie sieht der Zeitplan aus?

Diese neue Variante wurde Anfang Dezember 2020 der Bezirksvertretung vorgestellt. Da die Straßen fertig sein müssen bevor der Bau des Neubaugebiets beginnt, stehen die Planungen für die Entflechtungsstraße unter einem enormen Zeitdruck. Im ersten Quartal 2021 sollte diese Variante in die Offenlage gehen und wenig später zur Entscheidung dem Rat der Stadt Köln vorgestellt werden. Der Termin für die Offenlage wurde mittlerweile ins zweite Quartal verschoben. Außerdem stimmt die Bezirksvertretung Rodenkirchen über diese Variante noch ab. Deren Entscheidung stellt allerdings lediglich eine Empfehlung dar, die der Rat der Stadt Köln nicht folgen muss. 


5. Was ist noch wichtig zu wissen?

Die Mehrheit der Bezirksvertretung Rodenkirchen (Grüne, SPD, FDP) hat die Beschlussvorlage von März 2020 so verstanden, dass damit auch die Linienführung (nördliche Südvariante, zwischen rotem Haus und Rondorf) festgelegt ist. Entsprechend empört ist die Mehrheit der BV Rodenkirchen über diese neuen Pläne. 


Warum sind wir so früh so gut informiert? Investor und Planer sind bereits im Mai letzten Jahres, keine zwei Monate nach der Beschlussvorlage, mit einem sehr detaillierten Plan an direkt betroffene Bürger herangetreten. Zu diesem Zeitpunkt haben wir die Pläne der neuen, südlichen Südvariante nicht ernst genommen, da keine Vorzüge der neuen Variante genannt werden konnten und uns die Restriktionen (geschützter Landschaftsbestandteil, Alluvialrinne, Ausgleichsflächen, Kiesgruben-Biotop) bekannt waren. Irgendwann verdichteten sich jedoch die Hinweise, dass diese neue Variante ernst gemeint ist und (erst) auf Nachfrage des Bezirksbürgermeisters wurden die neuen Pläne dann der Politik vorgestellt. 

Stadtverwaltung, Planer und Investor bezeichnen die neue südliche Südvariante als eine Detailplanung der Planung, die aus der Beschlussvorlage hervorgeht. 


In einem virtuellen Gespräch mit Vertretern der Dorfgemeinschaften Rondorf, Meschenich und Immendorf sowie mit der Stadtverwaltung sowie Planer und Investor am 09.02.2021 konnte nur diese südliche Südvariante sehr detailreich, quasi planungsfertig vorgestellt werden. Ähnlich detailreiche Pläne für andere Varianten bspw. die nördliche Südvariante konnten nicht gezeigt werden. Schlimmer noch: die existieren bis dato noch überhaupt nicht!


Die Planung einer nördlichen Südvariante wurde von der Politik nun beauftragt und auch uns in dem Gespräch am 09.02.2021 zugesichert. 

Aus unserer Sicht erfolgte dies allerdings nur zähneknirschend. Das heißt wir müssen auf der Hut bleiben! 


Stand: 23.02.2021